Wormser Judenviertel um 1760

Jüdisches Worms

In kaum einer europäischen Stadt können Sie so viele bedeutende, baulichen Zeugnissen jüdischer Geschichte und Tradition aus 10 Jahrhunderten bestaunen wie in "Warmaisa", so der hebräische Name der Stadt Worms, einst auch "Klein Jerusalem" genannt.

Der "Heilige Sand", ältester jüdischer Friedhof Europas (Foto: Bernward Bertram)

Ob Jüdischer Friedhof "Heiliger Sand", Trauerhalle im Jugendstil, jüdisches Viertel mit Synagoge, Ritualbad (Mikwe) und Jüdisches Museum, alles an historischer Stätte, ist die jüdische Tradition in Worms noch heute präsent.

Gemeinsam mit den Städten Speyer und Mainz strebt Worms im Verbund der SchUM-Städte die Anerkennung als UNESCO-Welterbestätte an. Die jüdische Gemeinschaft in Worms gehört heute zur jüdischen Gemeinde Mainz.

Am besten lernen Sie das jüdische Worms bei einer Gästeführung kennen, die Tourist Info bietet öffentliche Führungen und Rundgänge für Gruppen an.

Bewegte Geschichte

Raschi

Raschi, symbolische Darstellung von 1539

Das jüdische Worms hatte seinen Ruf vor allem ihm zu verdanken: Rabbi Salomon ben Isaak, genannt Raschi. Bis heute ist der Talmudkommentator und Gelehrte in der jüdischen Welt hoch geschätzt. Um 1060 studierte er im damals in ganz Europa bekannten Lehrhaus in Worms. Das nach ihm benannte Raschi-Haus in Worms beherbergt das Jüdische Museum und das Stadtarchiv. Es befindet sich an der Stelle, an der einst das Lehrhaus gestanden haben soll: in der Hinteren Judengasse und in unmittelbarer Nähe zur Synagoge.

Jüdische Gemeinde

Jüdische Gemeinde Mainz / Worms

Eine eigene jüdische Gemeinde besteht in Worms seit der NS-Zeit nicht mehr. Um die religiösen, kulturellen und sozialen Belange der Wormser Gemeindemitglieder kümmert sich die Jüdische Gemeinde in Mainz. Als Eigentümerin der Synagoge in Worms nutzt sie diese wieder verstärkt zu Gottesdiensten.

Stolpersteine

Stolpersteine in der Schlossergasse

Vertrieben, verschleppt, ermordet. Aber nicht vergessen. In mehreren Ländern in Europa erinnern kleine Pflastersteine aus Messing, sogenannte "Stolpersteine", an Opfer des Naziregimes während des Dritten Reiches. Die Steine mit eingravierten Namen und Daten finden sich vor den Häusern, in denen diese Menschen zuletzt wohnten. Auch in Worms gedenken sie an die Schicksale einstiger Bewohner/innen.

Zentrum blühenden Jüdischen Lebens

Seite aus dem Worms Machzor — Courtesy of The National Library of Israel, Jerusalem
Seite aus dem Worms Machzor — Courtesy of The National Library of Israel, Jerusalem

Im nördlichen Altstadtbereich, angeschmiegt an die vormalige Stadtmauer, befindet sich das vormalige Judenviertel, das viel von seiner alten Bausubstanz bewahren konnte. Synagoge (Männer- und Frauenbau) und Ritualbad waren das Zentrum des lange Jahrhunderte blühenden jüdischen Lebens.

Eine erste Synagoge bestand hier bereits 1034, wie dies eine erhaltene Inschrift anzeigt. Zeitgleich mit dem Dom wurde 1174/75 ein neues Gotteshaus errichtet, dem zu Beginn des 13. Jahrhunderts ein Frauenbau angefügt wurde. Nach der Zerstörung in der NS-Zeit 1961 wiederhergestellt, dient es wieder seiner eigentlichen Funktion, auch wenn sich seit dem Krieg keine neue Gemeinde mehr gebildet hat. Das um 1185/86 angelegte Frauenbad (Mikwe) ist unzerstört erhalten.

App zum Jüdischen Worms

SchUM-App
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Weitere Infos

Führungen

Führung durch das Jüdische Worms in der alten Synagoge (Foto: Bernward Bertram)

Öffentliche Führungen

  • Jüdisches Worms


Als "Klein-Jerusalem am Rhein" bekannt, bietet Worms bemerkenswerte Zeugnisse aus 1000 Jahren jüdischen Lebens in Worms. Schwerpunkte dieser Führung sind das jüdische Viertel mit Synagoge, Mikwe (zurzeit geschlossen), Judengasse und jüdischem Museum im Raschi-Haus.

Termine: ab Juli 2020
jeden 1. Sonntag im Monat um 10.30 Uhr

Weitere Informationen finden Sie hier

  • Führungen auf dem jüdischen Friedhof
    "Heiliger Sand"


Rundgang über den ältesten erhaltenen jüdischen Friedhof Europas.

Termine:
> jüd. Friedhof bis auf Weiteres geschlossen! 
   (Stand: Juli 2020)

Weitere Informationen finden Sie
hier

Buchbare Gruppenführungen

  • Jüdisches Worms - Warmaisa


Als "Klein-Jerusalem am Rhein" bekannt, bietet Worms bemerkenswerte Zeugnisse aus 1000 Jahren. Neben dem ältesten jüdischen Friedhof Europas, der „Heilige Sand“ stehen das jüdische Viertel mit Synagoge, Mikwe und Judengasse im Mittelpunkt der Führung. Auf Wunsch ist auch ein Besuch des Jüdischen Museums im Raschi-Haus möglich.

Dauer: 2 Stunden

Weitere Informtionen finden Sie hier


weitere Führungen:

  • Führung Jüdischer Friedhof "Heiliger Sand"*
  • Führung Jüdisches Museum im Raschi-Haus

Dauer: je eine Stunde

  • Führung "Jüdische Frauen"

Dauer: 1,5 Stunden

Ein Rundgang zu verschiedenen Stolpersteinen und den tragischen Geschichten hinter den Steinen durch die Wormser Innenstadt

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Termin-Tipps für Sie

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