Jüdische Trauerhalle auf dem Hauptfriedhof in Worms-Hochheim

Jüdische Trauerhalle

Im Jahr 1911 wurde auf dem israelitischen Teil des "neuen städtischen Friedhofes" eine Trauerhalle eingeweiht. Erbaut wurde sie in feinstem Jugendstil nach Plänen des Stadtbaumeisters und Georg Metzler. Der Jüdische Friedhof schließt sich unmittelbar an den heutigen Wormser Hauptfriedhof in Worms-Hochheim an (im Volksmund auch "Hochheimer Höh" genannt) und verfügt über einen eigenem Eingang in der Eckenbertstraße.

Jüdische Trauerhalle Worms, Innenaufnahme

Bereits seit dem 10. Jahrhundert ist in Worms eine jüdische Gemeinde nachzuweisen. Der jüdische Friedhof "Heiliger Sand" in Worms gilt als der älteste in Europa. 1910 wurde er geschlossen und 1911 ein neuer Friedhof auf städtischem Gelände in Worms-Hochheim eröffnet. Die Stadt verpflichtete sich zum Bau einer Leichehalle, einer Einfriedungsmauer und einer Wärterwohnung. 

Den Mittelpunkt der Anlage bildet die 1911 in der Formensprache des Darmstädter Jugendstils erbaute Trauerhalle. Der aus verputztem Ziegelmauerwerk errichtete Zentralbau erstreckt sich über fünf Achsen. Seine Mitte wird durch einen dreiachsigen Risalit betont, der von einem Dreiecksgiebel mit einem Rundfenster bekrönt ist. Das zentrale zweiflügelige Hochrechteckportal rahmen sandsteinerne Doppelsäulen mit Attika. 

Aus dem Walmdach steigt ein vierachsiges Obergeschoss hervor, das wiederum von einem abgerundeten Walmdach überfangen wird. Durch das Portal gelangt der Besucher zunächst in einen Vorraum, bevor er in den Mittelraum tritt. Zum hinteren Ausgang erweitert sich die Halle konchenartig, um Platz für die Aufstellung des Sarges zu bieten. An diese Halle schließen sich beidseitig durch Säulen abgetrennte niedrige Seitenräume an. Die kannelierten Säulen aus Muschelkalk tragen stilisierte Kapitelle. 

Eine farbige kassettierte Holzdecke überspannt den Raum. Der Fußboden besteht aus roten Sandsteinplatten. Die Trauerhalle verfügt über zwei getrennte Leichenräume, für Männer und Frauen. Hier werden die Toten gewaschen und eingesargt. Vom Mittelraum aus führt ein von einem Rabitz-Tonnegewölbe überspannter Gang zum Friedhof. Die weitgehend erhaltene Trauerhalle zeigte Beschädigungen am Traufholz, rissigen Putz sowie Steinschäden am Sockel und an den Fensterbänken. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz hat 2003 bis 2006 die Arbeiten an der Außenfassade des Gebäudes finanziell gefördert und bei der Sanierung des Gewölbes und der Holzdecken im Inneren geholfen.

Quelle: Deutsche Stiftung Denkmalschutz


Jüdische Friedhöfe Worms im Stadtplan:


Adresse und Lage

Jüdische Trauerhalle
Hauptfriedhof
Eckenbertstraße 114
67549 Worms

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