Kalender mit Nadeln
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Dalbergakademie 2021 - Humanismus und Reformation

05.08.2021 | 20:00 Uhr - 21:30 Uhr
Schloss Worms-Herrnsheim / Blauer Saal / Herrnsheim
frei
Dalbergakademie 2021 - Humanismus und Reformation - Bildrechte/Copyright: Kulturkoordination Stadt Worms
Wilhelm Kreutz, Ulrich von Hutten: Ritter, Humanist und antirömischer Pamphletist

Bis 1519 war der 1488 auf der Steckelburg bei Schlüchtern geborene Ritter, Humanist und glänzende neulateinische Publizist Ulrich von Hutten der anerkannteste Kritiker des Papsttums nördlich der Alpen. Seine Beiträge zu den „Dunkelmännerbriefen“ und sein Dialog „Vadiscus sive Trias Romana“ begründeten seinen Ruf als „antirömischer Pamphletist“. Aber als Martin Luther 1520 mit seinen in Deutsch verfassten Reformationsschriften reüssierte, sank Huttens Stern schnell. Die zeitnah ins Deutsche übersetzten Dialoge wendeten das Blatt ebenso wenig, wie sein Versuch, sich mit dem Reformator zu verbünden. An der Seite Franz von Sickingens erklärte er nach dem Wormser Reichstag den „Pfaffenkrieg“, flüchtete nach der Niederlage und dem Tod Sickingens nach Zürich, wo ihm Ulrich Zwingli Schutz gewährte. Er starb 1523 auf der Ufenau, einer Insel im Zürichsee, an der Folgen seiner Syphiliserkrankung.

Referent: Prof. Dr. Wilhelm Kreutz, Studium der Geschichte, Germanistik und Politischen Wissenschaften; Promotion 1982 mit der Arbeit „Die Deutschen und Ulrich von Hutten. Rezeption von Autor und Werk seit 1523“; Habilitation 1992 mit der Arbeit „Revolution - Reform - Reaktion. Regierungspolitik und Parlamentarismus im nachmärzlichen Bayern“; seit 1992 Privatdozent und seit 2014 apl. Professor für Neuere und Neueste Geschichte der Universität Mannheim.

Astrid Nettling, „Ein unergründlicher Irrgarten wie der vom freien Willen“ - Erasmus und Luther im Streit über die Selbstbestimmung des Menschen

"Wie die Luthersache ausgehen wird, weiß ich nicht. Ich habe immer einen stürmischen Ausgang erwartet, jetzt fürchte ich ihn", schreibt Erasmus von Rotterdam einige Monate nach dem Wormser Reichstag an einen Freund. Viel steht für den Humanisten auf dem Spiel – nicht mehr und nicht weniger als die Frucht seiner unermüdlichen Anstrengung um eine Reform des Christentums durch humanistische Bildung. Von Anfang an ist das Verhältnis von Erasmus und Luther gespannt. Denn es gibt kaum Gemeinsamkeiten zwischen dem Humanisten, der auf Bildung, Selbstverantwortung und die Mündigkeit des Menschen setzt, und dem Reformator, der bedingungslosen Glauben und Unterwerfung unter den Willen Gottes fordert. Es gipfelt in ihrem berühmten Streit um den freien Willen. Auf Erasmus' Verteidigung menschlicher Willensfreiheit antwortet Luther mit seiner harschen Replik "Vom unfreien Willen", was den endgültigen Bruch zwischen beiden besiegelt. Den Bruch zwischen dem Humanisten, dem es um eine Vereinbarkeit von Selbstbestimmung und Glauben geht, und dem Theologen, dem ein solcher Gedanke ein Greuel ist.

Referentin: Dr. Astrid Nettling, Studium der Literaturwissenschaft und Philosophie, 1991 Promotion in Philosophie, ab 1991 Forschung zu Feminismus und Philosophie, seit 1994 Tätigkeit als Autorin für Rundfunk und Presse, von 2000 bis 2004 Lehrbeauftragte für Philosophie an der Universität Siegen und Forschungsprojekt zu Martin Heidegger.

Anmeldung telefonisch unter 06241-853-1053 oder per Mail an sabine.dehoff@worms.de
Veranstaltungsort
Schloss Worms-Herrnsheim / Blauer Saal
Herrnsheimer Hauptstraße 1
67550 Worms-Herrnsheim
Herrnsheim
Veranstalter

Kulturkoordination Worms
mnnhpfwrmsd
Internet-Seite

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