
Vorträge und Parkführungen im Herrnsheimer Schlosspark für alle Kulturinteressierten!
Die Dalbergakademie 2026 findet am 12./13. und 14. August in der Sandwiese Herrnsheim statt;
Thema: „Indien aus deutscher Sicht von 1800 bis heute“.

12.8.2026, 19:30 Uhr
A) Vortrag Volker Gallé M. A.
Fritz von Dalberg und die Indienbegeisterung um 1800
Der Komponist Fritz von Dalberg hat im Jahr 1802 unter dem Titel „Ueber die Musik der Indier“ das Buch „On the Musical Modes of the Hindus“ des englischen Orientalisten Sir William Jones aus dem Jahr 1792 ins Deutsche übersetzt und kommentiert. Ebenfalls im Jahr 1802 veröffentlichte er eine Prosaübersetzung des Epos „Gita govinda“ aus der englischen Übertragung von Jones.
B) Vortrag Marvin Sanu (Förderverein Schloss & Park Herrnsheim)
Flora Indiens – Tropische Pflanzen und ihre Wege nach Europa
Der Vortrag eröffnet faszinierende Einblicke in die Diversität tropischer Pflanzen Indiens und ihre natürlichen Habitate. Anhand eindrucksvoller Habitataufnahmen sowie ausgewählter Beispiele aus den Heylschen und Dalbergschen Sammlungen des 19. Jahrhunderts wird der Weg exotischer Arten nach Europa lebendig nachvollzogen.
13.8.2026, 19:30 Uhr
A) Vortrag Ashok Nair (Leimen)
Ragas auf der Sitar vorgestellt
In der klassischen indischen Musik werden Ragas gespielt, in deren Essenz unterschiedliche Emotionen verkörpert werden. Der Bogen wird hierbei gespannt von meditativer Stimmung bis hin zu ausgeklügelter Virtuosität. Die Sitar existiert in der heutigen Bauweise seit ca. 400 Jahren. Sie zeichnet sich durch ihren obertonreichen Klang aus und gilt als das Königsinstrument im Norden Indiens. Der im Westen wohl bekannteste Interpret dieses faszinierenden Instruments ist Ravi Shankar.
B) Lesung Karl-Heinz Deichelmann (Worms), Moderation Prof. Dr. Peter Bernhard (Universität Erlangen-Nürnberg)
Siddhartha
Vorgetragen werden ausgewählte Passagen aus Hermann Hesses „Siddhartha“. Das 1922 erschienene Werk beschreibt eindrucksvoll den Weg eines Suchenden zwischen Askese, Zweifel und geistigem Erwachen. In dichter, eindringlicher Sprache entfaltet sich die zeitlose Frage nach Erkenntnis, Selbstfindung und innerer Freiheit. Der Schauspieler Karl-Heinz Deichelmann, der seit vielen Jahren literarische Texte mit großer Sorgfalt und feinem Gespür präsentiert, versteht es, deren Tiefe und Zwischentöne hörbar zu machen – eine Einladung zum gemeinsamen Hören, Nachdenken und Weiterfragen.
14.8.2026, 19:30 Uhr
A) Dr. Martin Kämpchen, Schriftsteller und Übersetzer (Boppard und Shantiniketan/Indien)
Indien im Alltag
Martin Kämpchen wirkt seit 1973 als Schriftsteller, Journalist und Übersetzer (unter anderem von Ramakrishna und Tagore) in Indien. Er setzt sich für den interkulturellen und interreligiösen Dialog ein und engagiert sich sozial in indischen Dörfern. Nach über 50 Jahren auf diesem Subkontinent stellt er unbekannte Aspekte des dortigen Alltagslebens vor, erzählt von der Rolle der Familie, vom Bildungswesen, dem Zeitgefühl und Grußgesten. Sein Erfahrungsschatz aus persönlichen Einblicken und zahllosen Begegnungen hilft, dieses riesige und komplexe Land von innen zu verstehen.
B) Prof. Dr. Almuth Degener (Universität Mainz und Deutsch-Indische Gesellschaft Mainz)
Indienbilder in der Literatur
Wer gern liest, für den ist es der Königsweg, eine Kultur über ihre Literatur kennenzulernen. Es gibt auf Deutsch eine ganze Reihe guter Romane aus Indien, auch Kurzgeschichten und Gedichte. Vieles davon wurde aus dem englischsprachigen Original übersetzt. Der Vortrag fragt, wie ursprünglich solche Übersetzungen sein können und ob es Unterschiede gibt zu Werken, die in einer der unzähligen indischen Sprachen verfasst wurden.
Folgende Sommer-Vortragsreihen der Dalbergakademie fanden bisher statt:
Die Dalbergakademie hat es sich zur Aufgabe gemacht, im Schloss Herrnsheim mit der geplanten Sanierung auch den Geist des Ortes zu vergegenwärtigen.
Die Akademie ist als „Unique Selling Proposition“ wesentlicher Bestandteil des genehmigten Antrags auf Bundesförderung zur denkmalpflegerischen Sanierung vom Herrnsheimer Schloss und Park. Die Architektur und der Park sind nicht ohne den Geist der Aufklärung und ihren kulturellen und politischen Wirkungen links des Rheins zu verstehen. Gleichzeitig wird mit der Akademie auch ein für Land und Bund bereichernder Beitrag zur europäischen Demokratiegeschichte geleistet, der sowohl die Mentalität im Linksrheinischen zu erklären hilft, als auch einen Motivationsschub für die zukünftige Demokratieentwicklung gibt, indem eine historisch begründbare Alternative zu völkischem Chauvinismus erzählt wird.
Bei Fragen zur Dalbergakademie in Worms, wenden Sie sich bitte an die Kulturkoordination der Stadt Worms.